
Der Wind war an diesem Tag launisch. Mal still, mal mit Böen, die ihren Drachen fast wieder zu Boden gedrückt hätten. Und doch war es genau das Richtige, um gemeinsam mit meiner Kleinen hinauszugehen. In der Hand hielten wir ihren Einhorn-Drachen – bunt, fröhlich, fast ein bisschen magisch.
Als wir ihn steigen ließen, war es für sie das größte Gefühl: den Drachen selbst hochzuhalten, loszulassen – und zu sehen, wie er nach oben zog. Mit großen Storchenschritten stapfte sie durch die hohe Wiese, voller Spannung, ob der Wind stark genug wäre.
Dann dieser besondere Moment: Sie wollte nicht nur zuschauen, sondern forderte ganz klar: „Ich will die Schnur halten!“ Keine Scheu, kein Zögern. Nur dieser Mut, es selbst machen zu wollen. Und so hielt sie die Rolle fest in ihren kleinen Händen, spürte, wie die Schnur sich spannte und ruckartig zog, manchmal so stark, dass sie fast ins Straucheln kam.
Aus ihren Augen sprach ein Leuchten, das man nicht beschreiben kann – dieses stolze Gefühl: Der Drache fliegt, weil ich ihn halte. Für mich als Dadda war das mehr als nur Drachensteigen. Es war ein Stück Freiheit, ein Stück Selbstvertrauen, das ich wachsen sehen durfte. Am Ende blieb nicht nur das Bild ihres Einhorns am Himmel. Sondern auch die Erinnerung an ein kleines Kind, das mit beiden Händen die Rolle fest umklammert hielt, voller Stolz, voller Freude – und mit dem sicheren Gefühl: Ich kann das.
