
Heute war ich mit meiner Kleinen wieder im Wald unterwegs – natürlich mit unseren Aufgabenkarten, die uns jedes Mal kleine Abenteuer schenken. Die Aufgabe war ganz einfach: „Finde etwas Schönes.“
Ich beobachtete, wie sie suchend durch das Laub ging, mal hier schaute, mal dort. Auf einmal blieb sie stehen, hob einen dünnen, langen Zweig auf, drehte sich zu mir um und sagte voller Überzeugung: „Das ist schön!“ Neugierig fragte ich nach, was sie an diesem Zweig schön findet. Ihre Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: „Dass er so lustig wackeln kann.“
Und in diesem Moment war ich wieder einmal baff, wie anders Kinder die Welt sehen. Für sie steckt Schönheit nicht nur in bunten Blumen oder glitzernden Steinen, sondern auch in einem wackeligen Zweig, der im Spiel lebendig wird. Es erinnert mich daran, dass „schön“ oft nicht das ist, was wir Erwachsenen erwarten. Es ist nicht das Seltene oder Außergewöhnliche – sondern das, was Freude macht. Ein Zweig, der kitzelt, wackelt und einfach zum Lachen bringt.Für mich ist das eine kleine Lektion: Schönheit liegt im Erleben, nicht im Objekt. Und vielleicht ist genau das ein Geheimnis kindlicher Freude, das wir Großen viel öfter brauchen.
